30.05.2017 09:35 Alter: 2 Jahre
Kategorie: Startseite, Presse
Von: Janine Wottke, Vivien Wottke, Franziska Grebe, Anna Engemann

„Geschichtsexkursion mit Hindernissen“


Am 2. Mai 2017 unternahmen wir, die Klasse 10b, zusammen mit unseren Lehrern Herrn Reichardt und Frau Huge eine Exkursion nach Dortmund, um dort die „Steinwache“ und die DASA (Deutsche Arbeitsschutzausstellung) zu besuchen.

Schon auf der Hinfahrt mussten wir aufgrund der Entgleisung eines ICEs am Vortag unsere Pläne ändern, einige Teile des Dortmunder Hauptbahnhofs waren gesperrt, manche Züge wurden umgeleitet, andere fielen ganz aus.

Als wir in Dortmund am Hauptbahnhof angekommen waren, hatten wir erst eine knappe Stunde Mittagspause, in der wir die Möglichkeit genutzt haben, die Dortmunder Innenstadt zu erkunden. Anschließend nahmen wir an einer interessanten Führung in der „Steinwache“ teil. Die „Steinwache“ ist ein ehemaliges Polizeigefängnis, das in der NS-Zeit von der Gestapo genutzt wurde und dadurch traurige Berühmtheit erlangte. Zur Zeit der Weimarer Republik galt das Gefängnis für damalige Verhältnisse als sehr modern, weswegen zahlreiche Obdachlose kleinere Verbrechen begingen, um im Winter ein Dach über dem Kopf zu haben. „Teilweise lebten die Gefangenen besser als die Arbeiter in ihren Wohnungen“, erklärte uns Frau Wilz, die uns in sehr gelungener Weise anderthalb Stunden lang durch das Gebäude führte. Bei den zahlreichen Bombenangriffen im Verlauf des 2. Weltkrieges retteten sich die Wächter zunächst gemeinsam mit den Gefangenen in die Bunker, in den letzten beiden Jahren des Krieges ließen sie die Häftlinge jedoch in ihren Zellen zurück. Diese versuchten aus Todesangst, mit Bettfüßen die verschlossenen Stahltüren aufzubrechen, was man bis heute sehen kann. Einige Inhaftierte wurden jedoch auch von freundlich gesinnten Wachleuten freigelassen, wie man von Zeugenberichten weiß. Das Gebäude, nicht weit vom Hauptbahnhof und der Stadtmitte entfernt gelegen, blieb im Krieg wie durch ein Wunder nahezu unzerstört. Die „Steinwache“ war eines der wenigen erhaltenen Gebäude, während die Innenstadt zu etwa 95 Prozent zerstört wurde. Im Gefängnis waren zahlreiche Menschen, nicht nur Deutsche, sondern auch Zwangsarbeiter, inhaftiert, so Kurt Piehl, eine in Dortmund stadtbekannte Persönlichkeit, aber auch als Jugendlicher der spätere Erzbischof von Paderborn, Hans-Joachim Degenhardt. Einige schockierende Geschichten oder Schicksale der Inhaftierten werden uns noch lange in Erinnerung bleiben!

Nach der Besichtigung der Steinwache wollten wir noch die DASA, die „Deutsche Arbeitsschutzausstellung“, besichtigen, die vom Hauptbahnhof eigentlich in vier Minuten mit der S-Bahn schnell zu erreichen ist. Leider nicht an diesem Tage, denn aufgrund der Zugentgleisung verkehrte die S-Bahn nicht, alternative Fahrmöglichkeiten hätten über eine halbe Stunde in Anspruch genommen, zu viel für unseren engen Zeitplan. Der Plan, alternativ das „Deutsche Fußballmuseum“ gegenüber dem Bahnhof zu besuchen, wurde wegen des relativ teuren Eintritts verworfen. Stattdessen stand uns noch einmal eine gute Stunde zur freien Verfügung.

Ein wirkliches „Highlight“ war dabei, dass einige Schüler von uns in den WDR Nachrichten zu sehen waren, weil am Bahnhof ein Live-Beitrag zur Zugentgleisung gedreht wurde.

Um kurz vor 20:00 Uhr trafen wir wieder am Bahnhof in Lauenförde ein. Es war ein sehr informativer und lehrreicher Tag, den wir gerne wiederholen würden.