12.02.2018 16:47 Alter: 225 Tage
Kategorie: Startseite, Presse
Von: Roman Winkelhahn

Mit Blick in die Zukunft - Jgst. Q2 und Q1 besuchen den Campus der Hochschule OWL in Lemgo


Was ist Distributionslogistik? Und was macht das Steuerwesen „erotisch“? Fragen, die den Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge Q1 und Q2 beantwortet wurden, als sie am 25. Januar den Hauptstandort der Hochschule OWL in Lemgo besichtigten. Die „University of Applied Sciences“ – das klingt für eine Einrichtung in unserer Region doch schon sehr außergewöhnlich – informierte an ihrem Tag der offenen Tür über Studiengänge, Zulassungsverfahren und das Studentenleben.

In einen durchschnittlich großen Audimax passen schon sehr viele Menschen. Trotzdem war der Saal voll, als Professor Dr. Jürgen Krahl, der Hochschulpräsident, die angereisten Schüler der umliegenden Gymnasien und Berufskollegs begrüßte. Es wurden vier Dozenten vorgestellt, jeder von ihnen repräsentierte einen Fachbereich der Hochschule: Bauen und Gestalten, Technik und Informatik, Wirtschaft, Umwelt und Lebenswissenschaften. Letzteres Themengebiet ist – für alle, die es noch nicht wussten – vorrangig am Standort Höxter vertreten. Die Hochschule dort gilt als eine der renommiertesten Lehrstätten für Landschaftsarchitektur in Deutschland. Übrigens befindet sich in Höxter auch einer der artenreichsten botanischen Gärten NRWs. 1800 Pflanzen, ein Ostasiengarten, ein Staudenhügel und zahlreiche Gewächshäuser – in Höxter!

Zurück zum Standort Lemgo. Hier – wie an den meisten anderen Hochschulen auch – ist die Betriebswirtschaftslehre einer der gefragtesten Studiengänge. Professor Dr. rer. pol. Daniel Nordhoff (für alle Lateiner: Dr. rerum politicarum – Doktor der politischen Angelegenheiten) lehrt BWL in Lemgo. Die vielen Zahlen, Formeln und Gesetze bedeuten ihm weit mehr als den meisten von uns. Der Professor spricht von der „Erotik des Steuerwesens“. Vermutlich tritt dieses Gefühl bei vielen Studenten erst ab einem fortgeschrittenen Semester ein.

Logistiker fahren nicht den ganzen Tag Gabelstapler. Die Wissenschaft der Planung, Steuerung und Optimierung ist laut Professor Dr. rer. pol. Nicholas Boone weit mehr als das. Logistik ist eng mit der Wirtschaftslehre verknüpft, galt lange Zeit nicht als souveränes Fachgebiet, und kann grob in drei Bereiche aufgeteilt werden: die Beschaffungslogistik, die Produktionslogistik und die Distributionslogistik. Klingt erst einmal nach wissenschaftlichem Fach-Kauderwelsch, ist aber ganz einfach zu verstehen: Die Beschaffungslogistik, so erklärte es Professor Boone, umfasst alle Transportwege von der Ressourcenquelle bis hin zur Produktionsstätte. Dort greift dann die Produktionslogistik, also beispielsweise das Fließband. Damit die fertige Ware irgendwann in den Ladenregalen liegen kann, braucht es die Distributionslogistik, also das Verteilen der Produkte. Wieder etwas dazugelernt.

Allen interessierten Schülern bot die Hochschule OWL an ihrem Tag der offenen Tür eine große Bandbreite an Informationen für die Zeit nach dem Abitur. Beide Jahrgänge zogen ein positives Resümee aus der lehrreichen Veranstaltung.