16.05.2018 10:43 Alter: 9 Tage
Kategorie: Startseite, Presse
Von: Sigrun Köhncke

Mein Frankreichaufenthalt in Toulouse/Castanet-Tolosan


Als aller erstes muss ich sagen, dass diese drei Monate in Frankreich einfach nur unbeschreiblich genial für mich waren. Man hat so viel gelernt in der Sprache und von der Kultur und man hat viel mitgenommen an Erfahrungen und schönen Erlebnissen.

Wie ich von dem Programm erfahren habe und warum ich mitgemacht habe:

Ich habe von diesem Programm durch meine Französischlehrerin erfahren. Sie hat uns davon erzählt und es uns ein bisschen erklärt. Für mich war es von Bedeutung mal einen Austausch zu machen und ich war von der Idee, eine Zeit im Ausland zu verbringen, begeistert. Aber ich wusste noch nicht in welches Land und für wie lange. Mir war aber klar, dass ich kein ganzes Jahr wegwollte und auch gerne den Austausch auf Gegenseitigkeit machen wollte, da ich anderen auch die Chance geben wollte die deutsche Kultur anderen näher zu bringen. Uns wurden mehrere andere Programme vorgestellt, von denen mir jedoch keines so wirklich gefallen hat. Also habe ich mir das Programm Brigitte-Sauzay genauer angesehen und mit meinen Eltern darüber gesprochen. Irgendwann habe ich dann ein Konto beim deutsch-französischen Jugendwerk erstellt und mich auf die Suche einer Austauschpartnerin begeben. Am Anfang habe ich ein paar Leuten geschrieben und auch selbst eine Anzeige reingestellt. Schnell habe ich gemerkt, dass man so viele Antworten bekommt, dass man gar nicht selbst welchen schreiben muss. In der ganzen Zeit des Suchens war es gar nicht so einfach die „Richtige“ zu finden. Irgendwann hat man sich dann aber entschieden und legte die Reiseverbindung fest.

Meine Ankunft in Frankreich:

Ich war diejenige, die mit dem Austausch begonnen hat. Also ich bin zuerst nach Frankreich und meine Austauschpartnerin kam danach zu mir. Deswegen wusste ich noch nicht so viel von der Familie und meiner Austauschpartnerin und der Familie außer die paar Informationen, die man bekommen hatte mit ein paar Bildern. Ich kam am Flughafen an und wurde von meiner Austauschpartnerin und ihrem Vater begrüßt. Dann haben wir uns auf den Weg zu meinem neuen Zuhause gemacht. Als wir dort ankamen wurde ich noch von der Mutter und dem Bruder begrüßt. Es war alles erst einmal sehr neu. Mir wurde mein Zimmer gezeigt und danach haben wir zusammen Mittag gegessen. Anschließend habe ich mich ein bisschen in meinem Zimmer eingerichtet. Später wurde mir noch ein bisschen der Garten und die Stadt gezeigt. Auch habe ich an dem ersten Wochenende schon ein paar Freundinnen von meiner Austauschpartnerin kennen gelernt.

Das Leben in der Gastfamilie:

Mit meiner Gastfamilie habe ich mich sehr gut verstanden und auch viel unternommen. An den Wochenenden haben sie sich eigentlich immer etwas mit mir vorgenommen, sodass ich viel mitnehmen kann aus Frankreich. Wir waren in Museen und in vielen Konzerten, haben Fahrradtouren unternommen, einen Skiurlaub in den Pyrenäen und Spaziergänge gemacht und viele Spiele gespielt. Bei all den Sachen hat man viele neue Vokabeln gelernt, die ich mit meiner Austauschpartnerin immer wieder wiederholt habe. Sonst haben wir mal zusammen gekocht und sie haben mir bei schulischen Aufgaben geholfen. Ostern haben wir mit der ganzen Familie gefeiert. Das war sehr schön aber auch ganz anders als ich es kannte. Ostersonntag haben wir z.B. vier Stunden Mittag gegessen. Das war für mich so ein typisch französisches Klischee, welches sich erfüllt hat. Das Essen war immer sehr lecker und wir haben in meiner Familie auch manchmal zusammen gekocht.

 

 

Erster Schultag:

Zur Schule/Lycée haben wir erst den Bus genommen und später die Metro in die Innenstadt von Toulouse. Vor der Schule haben wir dann ein paar Freundinnen getroffen und auch eine andere Austauschpartnerin aus Deutschland von einer Freundin. Das war sehr nett und auch praktisch sich am Anfang ein bisschen mit ihr zu unterhalten. Sie hatte ihre drei Monate schon fast hinter sich und hat mir ein bisschen etwas erzählt. Um in die Schule zu kommen brauchte man eigentlich eine Karte mit Bild, sodass sie wussten, dass man auf die Schule geht, aber diese hatte ich am Anfang noch nicht und so musste ich immer meinen Stundenplan zeigen, weil der von der Schule mit Namen immer ausgedruckt wird. Für die Mensa hatte ich am Anfang auch noch keine Karte aber das machte auch nichts. Ich war in der Klasse meiner Austauschpartnerin, was ganz praktisch war, weil sie mir dann helfen konnte und manches noch einmal näher erklären konnte. Von der Klasse wurde ich freundlich und offen aufgenommen, was mir sehr gefallen hat. Die Schule war riesig! So etwas hatte ich noch nie gesehen und oft wussten wir nicht in welchem Raum wir hatten, weil sich das auch manchmal geändert hatte. Die Schulstunden in Frankreich waren keine 45 min, sondern immer eine ganze Stunde.

Schultage und Freizeit:

Die Schultage waren immer sehr lang, ganz anders als ich es aus Deutschland gewohnt war. Oft gingen die Schultage bis 17 oder 18 Uhr. Das war echt lange aber man hatte fast immer zwei Stunden Mittagspause. Mittwochs hatten wir jedoch immer nur ein Fach und dies dann eineinhalb Stunden lang. Danach hatten wir immer frei und das war dann auch der Tag, wo man seine Freizeitaktivitäten hinlegen konnte (so etwas wie Musikinstrumente oder auch Sport). Meine Austauschpartnerin hatte mittwochs ihren Musikunterricht und ich war beim Volleyball in der Schulmannschaft. Meine Austauschpartnerin hatte den Wahlzweig ABIBAC in der Schule. Das heißt, dass sie sechs Stunden Deutsch die Woche hat und vier Stunden Erdkunde/Geschichte auf Deutsch. Es war nicht schlecht immer mal wieder deutsch zu haben. Es war zwar oft nicht das interessanteste für mich, aber nicht schlecht. In der ABIBAC Klasse gab es welche, die fließend deutsch gesprochen haben, weil sie einen deutschen Elternteil haben. Meine Austauschpartnerin zählte nicht dazu und das war auch nicht gerade schlecht, weil man dann die ganze Zeit zusammen französisch gesprochen hat. Mit einem Mädchen aus der Klasse, die muttersprachlich deutsch war habe ich am Anfang immer wieder Deutsch gesprochen. Im Laufe der Zeit haben wir uns dann aber auf Französisch unterhalten, weil ich ja dann auch die Sprache richtig lernen wollte. Was mir ganz stark in der französischen Schule aufgefallen ist, ist, dass es nach den schon so langen Schultagen sogar noch Hausaufgaben aufgab und oft Kontrollen geschrieben wurden. Nicht immer so kurze, wie man sich das vorstellen kann. Nein, die waren dann immer eine Stunde oder länger. Ich habe die Schultage immer mehr oder weniger rumbekommen. Manchmal habe ich mich sehr gelangweilt. Aber so ist das, wenn man nicht alles so ganz versteht. Die Unterrichte waren ganz anders als in Deutschland aufgebaut. Man hat immer den Unterricht diktiert bekommen und in Mathe nicht sie wie wir viele Aufgaben gerechnet. Ehrlich gesagt hat mir das nicht so gefallen, weil ich die Praxis brauche und nicht einfach nur die Theorie. Aber was ich noch in der Schule mitbekommen habe ist, wie die jetzt nach der Seconde wählen müssen. Das war mal interessant zu sehen.

Persönliche Entwicklung, Fortschritte in der Sprache:

In meinen drei Monaten in Frankreich habe ich eins gelernt. Es ist egal, wenn man Fehler macht! Dadurch lernt man ganz viel und lernt viele neue Leute kennen. Außerdem muss man einfach eine gewisse Offenheit zeigen und so auch auf die Menschen zugehen. Nach sechs Wochen habe ich mich in der Familie richtig eingefunden und wusste wie ich mich verhalten konnte. Dadurch hatte ich dann die Zeit mich auf das Französische zu konzentrieren und da haben ich dann auch einen riesen Fortschritt in der Sprache gemacht. Danach hat es dann immer mehr Spaß gemacht, weil man sich ohne groß nachzudenken verständigen konnte. Das war ein super Gefühl.

 

Sigrun Köhncke