Ein Erfahrungsbericht

 von Leonie Schäfer und Nadia Chudigiewitsch ( Streitschlichter 2007 )  

Ziel der Mediation (Streitschlichtung) ist es, eine Einigung zwischen Parteien zu finden, die von allen Seiten akzeptiert werden kann. Dies geschieht durch unparteiische, neutrale Dritte (Mediatoren), deren Aufgabe es ist, zwischen den Parteien zu vermitteln. Bei der Mediation steht die Schuldfrage nicht im Vordergrund, sondern eher der Umgang der Parteien miteinander in der Zukunft.   

Die Mediatoren am städtischen Gymnasium Beverungen werden von Lehrern ausgebildet. Die Ausbildung zum Streitschlichter erfolgt seit 2011 in einer Gruppe von mehreren Schülern aus den Jahrgängen der Oberstufe. In vier Ausbildungsschritten (je 6 Schulstunden) werden verschiedene Themen theoretisch behandelt und praktische Übungen durchgeführt. Grundlegende Inhalte der Ausbildung sind unter anderem Methoden wie "destruktives und konstruktives Konfliktverhalten", "Ich-Botschaften im Vergleich zu Du-Botschaften", "Eisbergmodell", "Paraphrasieren", "Aktives Zuhören" und" Die vier Seiten einer Nachricht". Anhand der erlernten Methoden stellen die Schüler Regeln für eine Mediation auf. Außerdem werden die unterschiedlichen Phasen zur Streitschlichtung festgelegt. Eine Mediation besteht aus insgesamt fünf Phasen: Einleitung, Sichtweise der einzelnen Parteien, Konflikterhellung, Problemlösung und Vereinbarung. Am Ende einer gelungenen Mediation unterschreiben alle Betroffenen Parteien einen Vertrag, in dem die Ergebnisse festgehalten sind, so dass den Beteiligten deutlich wird, dass sie sich auch an die Vereinbarung halten sollten. Durch Rollenspiele werden im letzten Teil der Ausbildung Situationen dargestellt, die als Übung für die spätere Mediation dienen. Diese Rollenspiele werden mithilfe eines Beobachtungsbogens anschließend genau analysiert und besprochen.   

Nach dem Abschluss der Ausbildung sind die Schulmediatoren ein Schuljahr praktisch als Streitschlichter tätig. Die Schüler, die zur Mediation kommen, sind meist auf freiwilliger Basis dort, doch gibt es auch Parteien, die von Lehrern geschickt werden. Häufige Konflikte an der Schule sind neben kleinen Streitereien vor allem Mobbing und körperliche Auseinandersetzungen.   

Die Mediation ist ein gutes Ausbildungsprojekt, das Spaß macht und auch hilfreich für die Zukunft sein kann, sei es im späteren Beruf oder in alltäglichen Situationen.