08.10.2019 18:03 Alter: 137 Tage
Kategorie: Startseite, Presse

„Auf nach Mailand“ - Studienfahrt des Mathe LK


„Auf nach Mailand“ hieß es am 02.09.2019 für den Mathematik-Leistungskurs der Q2 - mit leider nur neun Schülerinnen und Schüler des 10-köpfigen Kurses (Moritz, wir haben oft an dich gedacht!). Die Studienfahrt stand besonders unter dem Motto „Auf den Spuren von Fibonacci“. Die berühmte Fibonacci-Folge ist eine seiner bahnbrechenden Erkenntnisse. Ihr wisst schon, 0…1…1…2…3…5…8 etc. Na, kommt es euch bekannt vor? Nicht??? Dann lest mal ganz genau!

Auf der Fahrt zum Flughafen Köln/ Bonn wurden bereits die anstehenden Mathematik-Module besprochen, die im Laufe der folgenden Tage bearbeitet werden sollten. Nicht mal auf der Hinfahrt wurden wir von Mathe verschont… Aber für einige aus dem Kurs war es der erste Flug und somit war diese Aufregung umso größer. Frau Föst und ihr Bruder verteilten zusätzlich Aufgaben, die wir während der Woche in Italien zu erledigen hatten – vom Video-Blogger über einen Reiseführer bis zum DJ war alles dabei. Oh Mann, noch mehr Arbeit… Am späten Montagabend kamen wir endlich erschöpft, aber glücklich, in unserem Hostel in Menaggio am Comer See an.

Doch morgens hatte sich die lange Reise schon gelohnt! Beim Blick aus dem Fenster erstrahlte der Comer See unter wolkenlosem, blauem Himmel und herrlichem Sonnenschein. Doch ein bisschen wie Urlaub, wenn da nicht ständig dieses Mathe wäre…Aber zunächst wurde Menaggio erkundet und anschließend am See das erste Modul bearbeitet. In so einem Flair ist selbst Mathe schön! Doch manche von uns wurden auch stark abgelenkt. Dass 17 Kugeln Eis innerhalb von zwei Tagen in ein Mädchen reinpassen, das hätten wir nicht mal mathematisch berechnen können! Abends wurden die Aufgaben aus dem Modul besprochen. Mann, nicht mal nach dem Abendessen hatten wir mathefreie Zeit! Aber beim Erkunden des Zusammenhangs von „sectioaurea“, dem Goldenen Schritt, und Fibonacci hatten wir auch eine Menge Spaß!

Die Verhältniszahl dazu lautet Phi und beträgt ungefähr 1,618. Je weiter man in der Fibonacci-Folge fortschreitet, desto mehr nähert sich der Quotient der nachfolgenden Zahlen dem Goldenen Schnitt an. Fibonacci, eigentlich Leonardo Pisano, wurde ca. 1170 in Pisa geboren und beeinflusste die westliche Mathematik maßgeblich. Die Lösung der Kaninchenproblematik, sind alles Stichworte, die wir nun mit Fibonacci verbinden. Es ist schon erstaunlich, in welchem engen Zusammenhang die Folge zur Natur, Architektur und Kunst steht. Bei der Bearbeitung des Moduls lernten wir auch, was man aus Bindfaden, zugespitzten Pappstreifen und einer Büroklammer basteln kann – einen Goldenen Zirkel.

Am Folgetag besuchten wir ein Museum im Ort Tremezzina namens Villa Carlotta, welches sich durch seinen riesigen, botanischen Garten auszeichnet. Beeindruckend, dass die Fibonacci-Folge sogar zahlreiche Wachstumsvorgänge von Pflanzen beschreibt. Darunter zählen gewisse Blütenblätter und auch die Phyllotaxis of „Kacktatsche“ (Cactacea). Nach einer umfangreichen Führung durften wir bei einem Workshop nun selbst zeichnen und Spiralenanzahlen an Zapfen erforschen. Klingt zwar nicht so, aber war wirklich spannend! Aber noch nicht genug gequält, am selben Tag erklommen wir bei 32°C den Berg San Martino (Griante), worauf eine gleichnamige Kapelle in 496m Höhe steht. Dazu fällt mir eigentlich nur eins ein: Tell me why…? Doch der Schweiß hat sich gelohnt. Die Aussicht auf den Comer See war atemberaubend. Ein alter Mythos umrankt die kleine Kapelle: Ein Mädchen soll dort in einer Felseinbuchtung um 1628 eine heilige Holzstatue der Jungfrau Maria gefunden haben. Als diese Statue in eine Kirche am Fuß des Berges gebracht worden war, fand sie auf unerklärliche Weise wieder zurück auf den Felsvorsprung. Daraufhin wurde die Kapelle San Martino an dieser Stelle erbaut.

Am Donnerstag wanderten wir entlang des „Greenway“ nach Lenno. Dort besichtigten wir die kleine Olivenölanlage „OlioVanini“, welche Kunden aus ganz Europa beliefert. Es blieb Zeit zum Bummeln durch die Läden und zum Genießen des italienischen Flairs. Alleine die Kommunikationsweise in den Restaurants war wirklich beeindruckend und die mediterranen Häuser strahlen einen ganz besonderen südlichen Charme aus. Sogar am letzten Abend mussten wir uns noch mit Mathe beschäftigen… Wir erarbeiteten, wie die verschiedene Darstellung von den gleichen Daten manipulierend genutzt werden können. Dazu führten wir eine eigene Umfrage bezüglich der Lebensqualität in Beverungen durch und stellten die Daten in verschiedenen Diagrammen dar. Dabei wurden Begrifflichkeiten wie Reliabilität und Validität gelernt – alles was man fürs Leben halt so braucht.

Am Abreisetag verabschiedeten wir uns schweren Herzens vom Comer See. Aber uns erwartete noch ein Highlight: Wir reisten in die Modestadt Mailand (Milano), welche bei manchen von uns Erinnerungen hinterlassen hat, die unter die Haut gingen…Wir hatten dort Zeit zur freien Verfügung und konnten Shoppen, Essen gehen und einfach die breite Vielfalt der Einkaufsmöglichkeiten bewundern. Um viele Erfahrungen reicher und überglücklich kamen wir nach einem langen, turbulenten Rückweg in der Nacht von Freitag auf Samstag wieder in Deutschland an. Die Studienfahrt war ein unvergessliches Erlebnis, welches uns als Kurs noch mehr zusammengeschweißt hat.

Was bleibt zu sagen? Mille grazie und ciao, ciao, ciao, ciao, ciao,…